Mittlerweile bin ich schon seit 5 Tagen in Neuseeland und habe schon genug gesehen, um sagen zu koennen dass ich hier in einem wirklichen Naturparadies gelandet bin. Aber der Reihe nach…

Nach phantastischen Tagen in Sydney und einem wirklich kurzen Flug von 2.20 Std. nach Auckland (nach einem 12-stuendigen Flug kommt einem alles andere danach wirklich sehr kurz vor…) bin ich am Flughafen herzlich von meiner Freundin Katja empfangen worden. Es ist wirklich schoen zu sehen, dass man zwar tausende Kilometer weit weg von zuhause, aber dennoch von guten Freunden umgeben sein kann.

Am Mittwoch haben wir uns dann zunaechst Auckland gewidmet, welches, was die gute Lage am Meer betrifft, durchaus mit Sydney mithalten kann! Wassersport ist hier dementsprechend auch sehr angesagt, und ich glaube jeder einzelne Bewohner Aucklands besitzt ein Segelboot – zumindest wuerde dies die Anzahl der Segel erklaeren, die man im Hafen sieht (die Stadt hat auch nicht ganz umsonst den Namen “City of Sails”).

Leider war in Auckland das Wetter nicht so sehr mit uns, weshalb wir uns entschlossen haben gen Norden zu fahren, und sind am Donnerstagnachmittag im kleinen Oertchen Paihia in der traumhaften Bay of Islands gelandet, wo uns dann auch die Sonne wieder empfangen hat. Die Bay of Islands besteht, wie der Name es vermuten laesst, aus hunderten von kleinen Inseln, die meisten unbewohnt und nur per Boot zu erreichen.

Man muss wissen dass von ca. etwas ueber 4 Mio. Einwohnern, die ganz Neuseeland insgesamt hat, etwas ueber eine Million in oder um Auckland herum wohnen – dementsprechend kann es im Rest des Landes schon mal ruhig und verlassen zugehen. Die Verkehrsinfrastruktur ist daher auch nicht mit der Europas zu vergleichen – schon nach wenigen Kilometern hinter Auckland hoert dann auch der Highway auf und man meistert seine Wege dann auf Landstrassen. Sobald man diese wiederum verlaesst und auf kleinere Strassen faehrt, weil man zum Beispiel mal etwas abseits der Ortschaften ansehen moechte, sind die Strassen schnell mal nicht mehr geteert sondern nur noch bessere Schotterpisten. Autofahren kann daher gut und gerne mal etwas laenger dauern, und Entfernungen sind anders einzuschaetzen als bei uns.

Dennoch haben wir die ca. 230 km von Auckland bis zur Bay of Islands innerhalb weniger Stunden gemeistert und dabei noch einiges gesehen, so zum Beispiel riesige, uralte Kauri Baeume (seht ihr unten auf dem sechsten Bild die kleine Figur unten am Baumstamm? Das bin ich :-) ) und den Ort Kawakawa, in welchem der oesterreichische Kuenstler Friedensreich Hundertwasser seine letzten Lebensjahre verbracht hat. Somit kann ich nun auch den Bezug zu den “kunstvollen Toiletten” in der Ueberschrift herzustellen, denn diese befinden sich in Kawakawa und wurden von Hundertwasser als eines seiner letzten Kunstwerke gestaltet. Es handelt sich hierbei um ganz normale oeffentliche Toiletten, die jedoch schoen bunt und im typischen Hundertwasser-Stil gestaltet aus dem sonst recht einfachen Oertchen herausstechen, und ich glaube die Einwohner wundern sich mittlerweile auch nicht mehr ueber die vielen auslaendischen Touris die mit ihren Kameras herum- und in die Toiletten hineinlaufen und ganz entzueckt herumknipsen :-)

Um die ganze Schoenheit der Bay of Islands zu erkunden muss man sich aber ein Boot nehmen und Zeit auf dem Wasser verbringen, und so haben wir uns auf Empfehlung unserer netten Backpacker-Wirtin Lucy auf eine 7-stuendige Segelboottour bei Skipper Mike eingemietet – und haben es nicht bereut. Mit einer netten Gruppe von anderen Mitseglern, von Neuseelaendern (Kiwis) ueber Englaender, Schotten, Hollaendern bis hin zu einem anderen deutschen Paerchen, haben wir einen tollen Tag auf der Yacht Gungha II verbracht, sind geschwommen, geschnorkelt, haben Delphine gesehen, den herrlichen Ausblick genossen und uns mit frisch zubereiteten Snacks verwoehnen lassen. Ein wirklich traumhafter Tag! Umso mehr, da ich zeitgleich die Information bekommen habe dass es in Deutschland geschneit hat, da konnte ich die Sonnenstrahlen gleich noch ein ganzes Stueck mehr geniessen :-)

Die beiden Uebernachtungen in der Saltwater Lodge in Paihia bilden jetzt auch meine ersten Erfahrungen in einem typischen Backpacker Hostel, und ich muss sagen dass man bei dieser Art des Reisens wirklich jede Menge nette und interessante Menschen trifft. So haben wir den Freitagabend gemuetlich bei einem vom Backpacker organisierten BBQ ausklingen lassen, gemeinsam mit Amy aus London, einem Paerchen aus Kanada, einem Kellner aus Chicago und einem Feuerwehrmann aus Auckland und seinem Cousin. Sweet as, wie die Kiwis sagen wuerden.

Nun sind wir erstmal zurueck in Auckland und ruhen uns aus, ehe wir heute Abend mit Freunden von Katja & Craig ausgehen und morgen noch einmal die Gegend um Auckland herum erkunden wollen. Was meine weiteren Plaene betrifft, so werde ich dann am Montagfrueh von Auckland aus aufbrechen und mich auf den Weg nach Sueden machen, um idealerweise am Freitag bei Anja und Steffen in Nelson auf der Suedinsel einzutreffen.

Auf dem Wege dahin liegen aber noch einige interessante Gegenden die ich mir ansehen moechte, so u.a. Rotorua, ein Ort mitten in einer Landschaft mit hoher Vulkanaktivitaet, wo man sich in heissen polynesischen Thermalquellen verwoehnen lassen kann, der Lake Taupo, umrandet von mehreren, zum Teil noch aktiven Vulkanen, und nicht zuletzt Wellington, die Hauptstadt Neuseelands. Von dort aus laeuft auch die Faehre zur Suedinsel aus, und wenn alles gut geht werde ich auf dieser am Freitagvormittag die Ueberfahrt antreten.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Bis dahin,
eure Katja

PS: Ganz nebenbei haben wir gestern auch noch den Beweise der These erbracht, dass jeder jeden Menschen ueber 6 Ecken kennt. Das deutsche Paerchen das mit uns gemeinsam gesegelt ist, Sandra und Fabian, ist gut mit einem meiner zeitweiligen Beraterkollegen bei eBay befreundet. Gruesse gehen somit heute an Tobias Eikelmann von Campana & Schott! :-)